Durchlaufregal vs. Fachbodenregal: Welches Lagersystem passt zu Ihnen?

Wer sein Lager optimieren möchte, steht früher oder später vor einer grundlegenden Entscheidung: Bleiben die klassischen Fachboden- oder Palettenregale stehen – oder lohnt sich der Umstieg auf ein Durchlaufregal? Die Antwort hängt von Ihrem Sortiment, Ihrer Umschlagfrequenz und Ihren Flächenkosten ab. In diesem Beitrag vergleichen wir beide Systeme sachlich und zeigen, wann sich die Investition in Durchlaufregale mit Rollenleisten wirtschaftlich auszahlt.

Statisches Regal: Das Arbeitspferd des Lagers

Fachbodenregale und Standard-Palettenregale sind die am weitesten verbreiteten Lagerlösungen. Ihr Aufbau ist denkbar einfach: vertikale Ständer, horizontale Traversen, dazwischen Fachböden oder Palettenstellplätze. Jede Position ist direkt zugänglich – der Staplerfahrer oder Kommissionierer kann jede einzelne Palette sofort erreichen.

Die Stärken liegen im universellen Einsatz. Statische Regale nehmen Produkte jeder Größe und jedes Gewichts auf, erfordern geringe Anfangsinvestition, sind flexibel umrüstbar bei Sortimentsänderungen und eignen sich ideal für Lager mit sehr vielen verschiedenen SKUs in kleinen Mengen.

Die Schwachstellen zeigen sich bei hoher Umschlagfrequenz: Jede Palette braucht einen eigenen Gangzugang, was die Flächennutzung begrenzt. FIFO ist nur durch organisatorische Maßnahmen möglich – nicht baulich erzwungen. Und bei schnelldrehenden Artikeln verbringen Kommissionierer bis zu 85 % ihrer Zeit mit Laufen und Suchen statt mit produktivem Picken.

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Durchlaufregal: Dynamik durch Schwerkraft

Ein Durchlaufregal ersetzt die statischen Fachböden durch geneigte Kanäle mit Rollenleisten. Die Ware wird auf der Rückseite eingelagert und gleitet durch die Schwerkraft zur Entnahmeseite. Der entscheidende Unterschied: Es wird nicht pro Stellplatz, sondern pro Kanal gedacht – und ein Kanal kann je nach Konfiguration 2 bis 12 Paletten tief sein.

Dadurch entfallen die Zwischengänge: Das gesamte Regalvolumen zwischen Belade- und Entnahmegang ist reines Lagervolumen. Außerdem rückt die Ware automatisch nach – die Entnahmeposition ist immer besetzt, ohne dass ein Stapler dafür fahren muss.

Der Vergleich: Wo liegt welches System vorn?

Flächennutzung

Das Durchlaufregal gewinnt hier deutlich. Durch den Wegfall der Zwischengänge können Unternehmen bis zu 60 % Lagerfläche einsparen. In teuren Immobilienlagen oder Kühllagern kann dieser Faktor allein die Investition rechtfertigen.

Warenrotation und FIFO

Im statischen Regal ist FIFO eine Richtlinie – im Durchlaufregal ist es physisch erzwungen. Einlagerung und Entnahme erfolgen an gegenüberliegenden Seiten. Es ist unmöglich, neue Ware vor alte zu stellen. Für Branchen mit Verfallsdaten, Chargenrückverfolgung oder Qualitätsanforderungen ist das ein entscheidender Vorteil.

Kommissioniergeschwindigkeit

Im Durchlaufregal ist die nächste Palette sofort da – sie rückt automatisch an die Entnahmeposition nach. Im statischen Regal muss der Stapler jede Position einzeln anfahren. Bei schnelldrehenden Artikeln ergibt sich daraus eine spürbar höhere Pickleistung.

Flexibilität

Hier punktet das statische Regal. Jeder Stellplatz kann unabhängig belegt werden, verschiedene Artikelgrößen mischen sich problemlos. Im Durchlaufregal sollte idealerweise pro Kanal nur eine SKU gelagert werden. Bei sehr breitem Sortiment mit kleinen Mengen ist das statische Regal daher flexibler.

Investitionskosten

Ein Durchlaufregal kostet pro Stellplatz mehr als ein statisches Regal – vor allem wegen der Rollenleisten, Bremsrollen und Endanschläge. Allerdings relativiert sich die Differenz schnell: weniger benötigte Fläche, geringere Warenverluste durch Überalterung, reduzierter Staplerverkehr und höhere Kommissionierleistung senken die Betriebskosten dauerhaft.

Sicherheit im Lager

Durchlaufregale trennen den Staplerverkehr (Beladeseite) räumlich von der Kommissionierung (Entnahmeseite). Das reduziert Unfälle deutlich. In statischen Regalen teilen sich Stapler und Fußgänger oft dieselben Gänge.

Wann lohnt sich der Umstieg?

Ein Durchlaufregal rechnet sich besonders dann, wenn Sie eine überschaubare Anzahl an SKUs mit hohem Volumen pro SKU lagern, wenn FIFO-Konformität wichtig oder vorgeschrieben ist, wenn die Lagerfläche teuer ist (Kaltlager, Innenstadtlage, gemietete Hallen), wenn die Umschlagfrequenz hoch ist und die Kommissionierung beschleunigt werden soll oder wenn Sie den Staplerverkehr reduzieren und die Sicherheit erhöhen möchten.

Ein statisches Regal bleibt die bessere Wahl, wenn Ihr Sortiment sehr breit ist mit vielen SKUs in kleinen Mengen, wenn FIFO keine Rolle spielt, wenn sich das Sortiment häufig ändert und maximale Flexibilität gefragt ist oder wenn die Anfangsinvestition möglichst gering sein soll.

Die Rollenleiste macht den Unterschied

Die Leistungsfähigkeit eines Durchlaufregals steht und fällt mit der Qualität seiner Rollenleisten. Eine minderwertige Rollenbahn führt zu Stillstand im Kanal, erhöhtem Verschleiß und im schlimmsten Fall zu Sicherheitsrisiken. In unserem Sortiment finden Sie Rollenleisten für verschiedene Einsatzfälle:

Rollenleiste Typ IHM 1240mm – mit Stahlrollen Ø 25 mm für Transport von Kartons und Schachteln.

Rollenleiste Typ 710 – mit Kunststoffrollen Ø 50 mm, ideal für hygienesensible Umgebungen und leisen Betrieb.

Rollenleiste Typ 200V – mit Rollen Ø 30 mm, kompakt und temperaturbeständig – perfekt für Karton-Durchlaufregale.

Fazit: Statisch oder dynamisch?

Beide Systeme haben ihre Berechtigung – die Frage ist nicht „entweder oder“, sondern „wo welches?“ Viele Unternehmen setzen erfolgreich auf eine Kombination: Durchlaufregale mit Rollenleisten für schnelldrehende A-Artikel und FIFO-pflichtige Waren, statische Regale für den breiten, langsam drehenden Rest. Wer die Investition in Durchlaufregale scheut, sollte gegenrechnen: weniger Fläche, weniger Verluste, schnellere Picks und höhere Sicherheit summieren sich zu einem ROI, der oft überrascht.